Scotland 2022

Vor fast 10 Jahren habe ich meiner Frau versprochen, dass wir zusammen nach Schottland fahren. Immer wieder haben wir das verschoben.
Heute muss ich sagen: „Schade, hätten wir das mal eher gemacht!“ Was für ein wunderbares Land, die Natur ist größtenteils noch Natur, die Menschen immer freundlich, immer nett und immer hilfsbereit. Die Pubs sind urig und das Bier lecker. Aber am besten gefallen haben mir die grandiosen Aussichten, insbesondere an den Küsten.

12 Tage waren wir unterwegs. Von Holland mit der Fähre komfortabel nach Newcastle und am nächsten Morgen einigermaßen ausgeruht nach Edinburgh. Den Nachmittag haben wir genutzt und haben die Altstadt besichtigt und sind auf Harry Potters Spuren gewandelt.

Am kommenden Morgen ging es weiter durch den Cairngorms National Park nach Stonehaven. Das „The Ship Inn“ können wir empfehlen, ein kleiner Pub mit ein paar Betten direkt mit Aussicht auf das Meer. Gut geschlafen geht es weiter an der Küste entlang und wieder in den Nationalpark, diesmal haben wir die erste Berührung mit den Single Roads. Die sind ja genau unser Ding. Klein, wenig befahren und meist kurvenreich. Unser müdes Haupt betteten wir in Carrbright im Dalrachney Lodge Hotel. Ein altes ehrwürdiges Haus mitten in einer riesigen Grünanlage. Unsere Gastgeber sind Ur-Briten. Selten sind wir so umsorgt worden. Gerne kommen wir an diesen zauberhaften Ort zurück. Am nächsten Tag steht Loch Ness auf dem Programm. Alle haben uns gesagt, „Muss man nicht haben!“ Stimmt. Aber einmal muss man doch dort gewesen sein. Am Loch Shieldaig übernachteten wir im Tigh an Eilen Hotel, direkt am Loch. Hier kann man Seeadler sehen. Die Aussicht auf die hauseigene Bar ist aber auch nicht schlecht. Weiter geht es auf die Isle of Skye. Hier brennt die Talisker Destillerie Whisky, deshalb hatten wir gleich zwei Nächte im Old Inn gebucht. Auch das Hotel liegt direkt am Loch Harport. Die Destillerie ist keine 100m weit weg. Aber leider gab es keine Besichtigungsmöglichkeit. Die Destillerie hat einen massiven Wasserschaden und wird zudem gerade umgebaut. Also nix mit Probe. Egal – im Old Inn gibt es auch welchen.

Heute soll es mit der Fähre auf die Isle of Mull gehen. Knapp zwei Stunden dauert die Anfahrt zur Fähre. Wir genießen die Sonnenstrahlen und freuen uns schon auf die Überfahrt. Der Belademeister ist sehr freundlich und fragt, ob wir denn reserviert hätten. Nö! Müssen wir? Müssen nicht, aber dann ist die Überfahrt heute nicht mehr möglich, so die Aussage. Viele Bitten brachten dann doch Erfolg, nach ca. 1 Std. Warten hatten wir einen Platz ergattert. Aber trotzdem sollte es heute nicht unser Tag werden. Um 16:30 Uhr im Hotel angekommen, erklärt man uns, dass wir frühestens um 21:15 Uhr essen können, vorher sind alle Tische leider belegt. Gut, dass es einen Pub fußläufig gibt. Mit der letzten Erfahrung „Fähre fahren“ fragen wir nach, ob man denn die Fähre nach Oban vorbuchen sollte. Mit einem Lächeln werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass in England Ferien sind und falls wir nicht vor längerer Zeit gebucht haben, ist eine Überfahrt „schwierig“. Eine Buchung für den nächsten Tag ist nur noch um 07:00 Uhr möglich, alle anderen Fahrten (stündlich) sind ausgebucht. Wir wollen nicht ohne Frühstück mitten in der Nacht das Hotel verlassen und entscheiden uns für das Abenteuer. Richtig gemacht – um 10:00 Uhr stehen wir auf der Fähre und genießen die Seeluft.

Ministadtbesichtungung Oban mit Kaffeepause. Dann geht es in Richtung Loch Awe. Die rechte Seeseite ist eine Single Road – 35 KM lang – gut, dass wir schon Café hatten. Hier gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Am Loch Fyne vorbei schlafen wir heute am Loch Goil.

Mit den ersten Sonnenstrahlen starten wir auf den Rest and Be Thankful-Pass in Richtung Loch Lomond. Ganz schön touristisch hier. Durch den gleichnamigen Nationalpark geht es weiter auf kleinen gemütlichen Single Roads. Am Nachmittag haben wir unsere Rundreise vervollständigt. Wir sind wieder in Edinburgh. Morgen noch das Stück zur Fähre nach Newcastle und am kommenden Morgen haben wir wieder Festland unter den Reifen.

Fazit:
Gerne kommen wir wieder. Die ersten drei Tage hatten wir typisches schottisches Wetter, Regen, Sonne, Regen… Leider war es sehr kalt mehr als 8°-10°C waren nicht drin. Die restlichen Tage waren für schottische Verhältnisse „genial“. Sonne satt und an den letzten drei Tagen sogar Temperaturen von bis zu 20°C.

In den Großstädten gibt es ein Problem mit dem Stehlen von Motorrädern, besser man sucht sich eine sichere Unterkunft für den Bock. Die meisten Straßen sind mit 60Km/h oder 90Km/h ausgeschildert. Das und der Linksverkehr sorgen nach zwei Tagen für eine deutliche Entschleunigung zu unseren Breitengraden. Schottland ist nichts für Raser. Genießt die gewaltigen Aussichten und die bezaubernden Menschen.

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