Kroatien

Mopped und Meer was braucht man mehr?

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Die kleine Mittelmeerrunde!

So, wir waren dann mal auch wech! Unser Sommerurlaub 2016!

Beate (beste Sozia der Welt), unser Freund Tom und ich haben uns Ende Juli auf den Weg gemacht und unsere kleine Mittelmeerrunde eingeläutet. Über Österreich, Slowenien, die Halbinsel Istrien, Kroatien und über Italien und Südtirol wieder zurück, so sah unsere Planung aus.

Erste Übernachtung war im bekannten Tourertreff-Hotel Heppe (https://waldhotelheppe.de/ ) in Dammbach (D, Spessart). Von dort aus ging es über die motorradfreundlichen Straßen immer in Richtung Süden. Durch das romantische Taubertal, vorbei an Feuchtwangen und dem Altmühlsee (kommen wir später noch mal dazu) ins tiefste Bayern nach Kelheim. Hier wartete das Kloster Weltenburg (http://kloster-weltenburg.de/ ) auf uns. Was für ein schöner Ort. Die Anfahrt haben wir standesgemäß per Fähre über die Donau vollzogen. Das Kloster liegt in der Donauschleife und kann nicht nur mit eigenem Strand, sondern auch mit bester Küche und vor allem selbstgebrautem Bier aufwarten. Lecker! Gut in den Klostermauern geruht, aber leider von Mücken zerstochen, machten wir uns wieder auf die Straße. Im strahlenden Sonnenschein bei guten 23°C ging es über Velden in Richtung Inn, den wir Höhe Waldkraiburg überquerten. Am Chiemsee vorbei, über Tiroler Straßen und die ersten kleinen Pässe kamen wir zum Grenzübergang Kössen ins schöne Österreich. Noch knappe zwei Stunden und über Kitzbühl und Zell am See erreichten wir unser nächstes Domizil, das Wallackhaus (www.wallackhaus.at )auf dem Großglockner. Es ist immer wieder schön, hier zu nächtigen. Gutes Essen, nette Atmosphäre und saubere, klare Bergluft in 2500 Höhenmetern dürften einmalig sein in Österreich. Leider waren Auf- und Abfahrt im Regen, aber schon in Heiligenblut zog die Sonne auf und trocknete unsere Klamotten. Bis hier hin war noch alles geplant, nun folgte der ungeplante Teil unserer Reise. Die Überquerung der Landesgrenze von Österreich nach Slowenien erwies sich am Nassfeldpass als unmöglich. Der Bergrutsch war einfach zu viel für unsere Dickschiffe. J Wir haben die Ausweichroute über den Wurzenpass genommen. Die Strecke von Kranjska Gora durch den Triglavski Narodni Park Richtung Bled und dann zum Bohhinjsko Jezero weiter auf den Bohhinjsko Sedlo bis nach Cerkno ist wohl eine der kurvenreichsten und landschaftlich schönsten Straßen, die ich je gefahren bin. Asphalt und leichter Schotter lösen sich hier ab, ein ewiges rauf und runter mit tollen Aussichten auf die Berge. Aber das schönste ist die Streckenführung, gerade kannte der Straßenbauer nicht, Kurve rechts, Kurve links, Kurve rechts…… und das über einen Zeitraum von 1,5 Stunden. Da kann man sich wirklich schwindelig fahren. Übrigens: Nennenswerten Verkehr hatten wir nicht. Unser müdes Haupt betteten wir besonders gut in der Gostisce Gacnk (http://www.cerkno.com/index.php/gasthof-mit-uebernachtung ) Sehr nette Gastgeber, lecker Essen, gute Betten, Biergarten und Schlafmöglichkeit für Motorräder. Hier kommen wir sicher nochmal hin.

Quer durch Slowenien ging es am folgenden Tag immer in Richtung Mittelmeer, ein kurzer Kaffeestopp auf der italienischen Seite, gekrönt mit einem leckeren Eis, musste sein. Und schwupps wieder nach Slowenien, aber nur kurz, dann folgt der Grenzübergang nach Kroatien. Die Halbinsel Istrien begrüßt uns mit tollen Aussichten über das Meer. Das angedachte Hotel war schon ausgebucht, zum Glück! Wir haben direkt an der Marina ein nettes Hotel (http://www.nauticahotels.com/ )im Schiffsdesign entdeckt. Ein wunderschöner Abend folgte mit leckerem Fisch und einigen Cocktails in unserer Hotelbar.

Wieder ein sonniger Tag. Inselhopping darauf habe ich lange gewartet. Los ging es mit der Fähre von Brestova (Istrien) nach Porozina auf die Insel Cres. Eigentlich gibt es dort nur eine Straße und die führt von einem Ende zum anderen Ende, zu dem dortigen Fähranleger. Warum fährt man sowas, fragt ihr auch bestimmt. Fahrt mal daher. Von der einen Fähre geht es flugs bergauf und dann dem Hochplateau folgend quer über die Insel. Immer mit der Aussicht, rechts und links auf das Mittelmeer. Von Cres ging es noch am gleichen Tag mit der Fähre von Merag nach Valbiska auf die Insel Krk. Wir waren schon ein paar Mal dort. Krk ist immer wieder schön.

Am nächsten Tag wurde es mal wieder Zeit, festen Boden unter die Füße zu bekommen. Also nach einem Frühstück rauf auf den Bock und ab über die Brücke auf die Küstenstraße, die Jadranska Magistrala. Der schöne Name der Straße spiegelt nur annähernd die Schönheit der Landschaft wider. Links ist immer das Gebirge und rechts immer eine Sicht auf das Meer mit hunderten von kleinen Inseln. Überall kann man abfahren und schnell eine Erfrischung im Mittelmeer nehmen. In Höhe Prizna haben wir dann mal wieder den Drang verspürt, auf „Große Fahrt“ zu gehen. So „fährten“ wir auf die Insel Pag. In der gleichnamigen Stadt haben wir dann auch ein Hotel gefunden. (http://www.hrvaska.net/de/hotels/insel-pag/hotel-park-smokva-de.htm )

Von Pag aus konnten wir wieder über eine Brücke auf das Festland fahren. Wir hatten einen Tipp bekommen, dass das kleine Fischerdorf Nin sehr schön sein soll. Das können wir nun bestätigen, ein Besuch lohnt sich. Unsere Reise für den heutigen Tag endete in Zadar. Das Hotel in Zadar buchen war einfach, Booking.com macht es einem leicht. Aber das Hotel finden war eine ganz andere Sache. Auch der Begriff Hotel ist vielleicht nicht ganz richtig. Es handelt sich um ein Wohnhaus mitten in der Fußgängerzone der Altstadt. Man kann nur zu Fuß hier hin. In Erdgeschoß sind Geschäfte in ersten Obergeschoß ist das „Hotel A“ im zweiten Obergeschoß ist das Hotel „Rooms Goga“ und im dritten Obergeschoß ist das Hotel „B“. Hier dienen große Wohnungen als Hotel. Alle „Hotelzimmer“ sind sehr großzügig eingerichtet, verfügen über TV, Klimaanlage, Kaffeemaschine und Kühlschrank sowie ein Bad mit Dusche und WC). Ein schönes Erlebnis im Hotel Rooms Goga (http://www.roomsgoga.com/ ) Unser Tipp, parken direkt vor der Polizeiwache, dann 300m zu Fuß in die Unterkunft.

Zadar ist eine quirlige Stadt mit einer Altstadt die sehr sehenswert ist. Ein superleckeres Fischmenü im kleinen Jachthafen und schwerer Rotwein sorgen nach einem kleinen Spaziergang für die nötige Bettschwere. Vielleicht lag es aber auch an den leckeren Cocktails. Die Bar heißt treffend „The Garden“  (http://www.thegarden.hr/the-garden-lounge ), was für eine coole Location, Sofas, Sitzecken und Liegemöglichkeiten sind im Garten auf der alten Stadtmauer verteilt. Die Cocktails sind super lecker und recht preiswert. Von hier hat man eine tolle Aussicht über einen Teil des alten Hafens.

An diesem Tage müssen wir leider das schöne Land Kroatien verlassen. Selbstverständlich mal wieder mit der Fähre. Diesmal geht es schon frühmorgens von Zadar nach Ancona. Willkommen in Italien. Sechs Stunden sollte die Überfahrt dauern, aber durch einen Stau im italienischen Hafen wurden auch sieben daraus. Zwei Stunden an der italienischen Küste, diesmal Richtung Norden, und schon sind wir bei unseren Freunden und Gastgebern Grazia und Marco, die für Motorradfahrer hier ein kleines Paradies aufgebaut haben. (http://www.guesthouselafenice.it/de/ )Fünf schöne Tage folgten hier. In der Emilia Romagna braucht man zum Motorradfahren kein Navi. Einfach losfahren und alles ist gut. Als Tipps seien hier die Bergfestung San Leo oder die wunderschöne Stadt Urbino erwähnt. Aber auch San Marino ist schnell erreichbar. Wir hatten immer noch nicht genug vom Wasser, also haben wir nochmal die Aussicht genossen und sind die kurvenreiche mit Aussichtspunkten gepflasterte Panoramastraße von Cattolica nach Pesaro gefahren. Traumhaft ist das richtige Wort für diese Aussichten.

Fünf Tage später verließen wir wieder die Oase in Richtung Venetto. Eine für uns bis dahin unbekannte Region mitten in den Proseccobergen von Valdobbiadene. Ein Agriturismo  (http://www.duecarpini.it/ )wartete auf uns. Drei Tage haben wir hier verbracht. Die Landschaft der Region steht der in Südtirol in nichts nach. Tolle Berge, viele kleine Straßen und Kurven ohne Ende. Nebenbei lernt man auch was über das hiesige Nationalgetränk, den Prosecco. Soviel sei gesagt, dieser Prosecco hat nichts mit dem zu tun, was wir bei uns im Supermarkt kaufen können. Auch hier unser Tipp. Der Passo San Boldo ist schon schön, insbesondere mit seinen Kehren die übereinander immer in Kehren-Tunneln liegen. Was für ein Bild. Aber der Passo Monte Grappa ist unumstritten der Hit auf unserer Reise. Ich habe noch nie so viele Kehren auf so wenig Strecke gesehen und 20% Steigung ist hier eher was für Anfänger. Mit unseren Dickschiffen muss man hier mächtig arbeiten. Die Mühe wird mit gigantischen Ausblicken belohnt.

Aber auch hier ist nach drei Tagen eine Trennung nötig. Wir müssen weiter, weiter in Richtung Südtirol. Durch die wunderschönen Belluneser Alpen fahren wir bis zum Fuße des San Pellegrinopass nach Falcade. Das Belvedere in Falcade (http://www.belvederehotel.info )kann ich nur jedem ans Herz legen. Wer hier nicht übernachtet, ist selber schuld. Schnell das Gepäck ins Zimmer, schließlich ist es noch früh am Tag. Nach einer Stärkung mittels Café geht es auf die Rundtour durch die Südtiroler Alpenwelt. Passo di Giau, Falzaregopass oder Sellaronda seien hier nur als ein paar Beispiele genannt.

Am kommenden Tag geht es wieder mit Gepäck weiter, heute wollten wir über das Grödnerjoch und das Rittner Horn, das Penserjoch und den Jaufenpass wieder hoch hinaus nämlich auf das Timmelsjoch bzw. darüber. Aber es kam anders. Auf dem Jaufenpass konnte man das Unheil schon erahnen. Gewitter kommt auf uns zu. Das ist das erste Mal seit knapp drei Wochen, dass wir die Sonne nicht mehr sehen können. Schnell in San Leonardo in Passiria eine Bleibe gesucht. Was liegt da näher, als das wiederum bekannte und erprobte Tourertreffhotel Klotz (http://www.hotelklotz.it/ ) zu buchen? Gesagt, getan. Warum haben die uns nur beim letzten Mal den Pool und die schönen Zimmer im Gästehaus unterschlagen?

Nach einer geruhsamen Nacht juckt die Gashand, das Timmelsjoch ruft schon nicht mehr, es schreit nach uns. Was für eine schöne Auffahrt. Die Mautstelle ist komplett neu gestaltet worden. Hier findet man jetzt auch ein sehr gut gemachtes Motorradmuseum. Ein Besuch lohnt sich. Tschüss Italien, hallo Österreich, wir sind es wieder. Nun geht es an Hochsölden vorbei immer geradeaus in Richtung Imst. Hier beginnt der Aufstieg des Hahntennjoches. Traditionell muss man an der Berghütte in Pfafflar anhalten und ein Süppchen essen. Im Lechtal angekommen, müssen wir einen Umweg durch das Namlostal machen. Diese schöne kurvenreiche Straße darf man sich nicht entgehen lassen. Vor dem Engpass hat uns die Zivilisation wieder, ein Megastau ist vor uns. Aber mit ein wenig italienischer Fahrweise auch schnell vorbei. Tannheimer Tal und Gaichtpass entschädigen für die Verzögerung. Jetzt noch schnell das Oberjoch und schwupps sind wir wieder in Deutschland. Bis hier hin zeigt der Kilometerzähler genau 4000KM an, die wir seit Beginn der Reise zurückgelegt haben. Hubs über den Riedbergpass und schon können wir das leckere Bier in der Bodenseehütte (http://www.bodenseehuette.de/ )genießen. Die motorradbegeisterte Familie Poensgen macht einem die Abreise nach einem tollen Frühstück schon schwer. An diesem neuen Tage haben wir das Allgäu unter die Räder genommen. Es ist immer wieder schön hier. Unser Tagesziel ist heute das Altmühltal mit dem gleichnamigen See. Hier in der Nähe waren wir schon mal vor X-Tagen. Ich kann mich kaum noch erinnern. Nach einer erfrischenden Dusche ist da ein Restaurant, das damit wirbt, leckere Schäufele verkaufen zu wollen. Wir können uns nicht wehren. Dunkles Bier, dunkle Soße runden das Festmahl ab.

So langsam müssen wir an die Rückfahrt nach Dortmund denken, aber nur langsam. Unsere nächste Tagesetappe führt uns wieder in den Spessart. Diesmal in das malerische Dorf namens Volkach. Direkt an der Mainschleife gelegen reiht sich hier ein Fachwerkhaus neben dem anderen auf. Unser Tipp, der Einkehrschwung muss im ortsansässigen Lokal dem Hinterhöfle enden. In dieser netten Umgebung schmeckt es nochmal so gut. Und wer Lust und Mut hat, bestellt zum Essen eine Domina. Wohl bekomm‘s.

Unser letztes Wochenende verbrachten wir in Miltenberg, gar nicht weit weg von Volkach. Das barocke Städtchen ist schon sehenswert und von hier stehen dem gemeinen Motorristi der Odenwald und der Spessart sofort zur Verfügung.

 

Fazit:

24 Tage unterwegs, fünf Länder besucht, unzählige Eindrücke gesammelt, beeindruckende Menschen kennengelernt. 5300 Kilometer mit dem Motorrad unterwegs. Heißt aber auch, den Horizont mal wieder ein kleines Stück erweitert. Die ersten Unterkünfte sowie die mehrtägigen Aufenthalte hatten wir vorgebucht, alle anderen Unterkünfte haben wir vor Ort gesucht und gefunden. Ein oder zwei Zimmer bekommt man immer. Allerdings sollte man beachten, dass im August in Italien Ferien sind, somit wird die Auswahl an freien Unterkünften deutlich kleiner. Die Kosten sind in Österreich mit denen in Deutschland zu vergleichen. Slowenien hat ein deutliches Gefälle bei den Hotelpreisen. Kroatien hat dafür deutlich die Preise erhöht, preiswerte Unterkünfte sind hier immer noch die unzähligen Appartements, die überall angeboten werden. Die Preise für Hotels in der Küstenregion sind teilweise astronomisch hoch. Auch in Italien konnten wir feststellen, dass die Preise in der Nähe der Küste deutlich höher sind als im Hinterland.

Immer wieder sind wir darauf angesprochen worden, wie wir das denn mit dem Gepäck für so lange Zeit gemacht haben. Unsere Kleidung besteht ausschließlich auf Funktionskleidung, die ist leicht, gut zu verpacken und innerhalb von 3 Stunden trocken. Ergo ist der Unterschied zwischen 3 Tagen und 3 Wochen Urlaub lediglich eine Tube Handwaschmittel.

Also, was hält Euch ab? Zahnbürste, T-Shirt, Schlappen, Kreditkarte einpacken, tanken, Los fahren!

Viel Spaß dabei!

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